Medizinrecht Aktuell -- Ihr Informationsportal rund um Medizinrecht.
Ein Informationsdienst der Kanzlei Dr. Halbe RECHTSANWÄLTE - Arztrecht / Medizinrecht

Gleichzeitige Eintragung in das Arztregister

Gerade zum heutigen Zeitpunkt besitzt eine relativ große Anzahl von Therapeuten eine Approbation sowohl als Psychologischer Psychotherapeuten als auch als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut. Hieraus ergibt sich die Folgeproblematik, inwieweit eine Eintragung für beide Berufstätigkeiten ins Arztregister erlangt werden kann. Mit einem solchen Fall hatte sich im letzten Jahr das Bundessozialgericht (BSG) zu befassen (Urteil vom 31.08.2005, Aktenzeichen B 6 KA 27/04 R).

Der dortige Kläger hatte eine Bescheinigung eines Ausbildungsinstitutes vorgelegt, mit der eine Ausbildung über 1.675 Stunden tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie bescheinigt wurde. Die postgraduale und von dem Kläger erfolgreich abgeschlossene Ausbildung an dem dortigen Institut fand indes in „analytischer Intensivbehandlung“ statt.

Das Bundessozialgericht hatte sich in dem Verfahren nun damit zu befassen, ob die Qualifikationsanforderungen in einem Richtlinienverfahren erfüllt waren:

Eine Ausbildung kann den Kriterien der Psychotherapie-Vereinbarungen nur genügen, wenn die gesamte Zusatzausbildung auf den Erwerb der Qualifikation zur Praktizierung eines Behandlungsverfahrens abzielt, das vom Leistungskatalog der GKV umfaßt ist. Hierzu hat das Gericht ausgeführt, daß Theoriestunden, die sich im Rahmen der Ausbildung in konzeptionell grundlegend anderen Psychotherapie-Methoden auch mit Richtlinienverfahren beschäftigen, diesen Anforderungen des Gesetzes und der Psychotherapie-Vereinbarungen nicht genügen.

Da aber das Landessozialgericht (LSG) offengelassen hatte, ob es sich bei der im Verfahren der analytischen Intensivbehandlung gelehrten Methode um eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie im Sinne der Psychotherapie-Richtlinien handelt, war die Entscheidung des LSG aufzuheben und der Rechtsstreit dorthin zurück zu verweisen. Eigene entsprechende Feststellungen konnte das BSG als Revisionsinstanz, die sich insoweit nicht mit der Sachverhaltsaufklärung befaßt, nicht treffen.

Eine solche Feststellung des LSG muß sich auf die Prüfung der Voraussetzungen der Fachkunde hinsichtlich beider Berufstätigkeiten – als psychologischer Psychotherapeut und als Kinder- und Jugendlichenpsychotherpeut – beziehen.

20.04.2006


Eine Seite zurück  Eine Seite vor

Verwandte Stichworte

Medizinrecht

Apothekenrecht

Arzthaftungsrecht

Vergaberecht

Krankenhausplanung / -finanzierung

Heilmittelwerberecht

Pharmarecht

Compliance-Beratung

Krankenhausrecht

Pflegerecht und Rehabilitationsrecht

Kooperationen im Gesundheitswesen

Medizinische Versorgungszentren

Krankenhaus-Entgeltrecht

Medizinprodukterecht

Psychotherapeuthenrecht

Gesellschaftsrecht

Chefarztrecht

Vertragsarztrecht

Zahnarztrecht

Arzneimittelrecht